Die aktuellen Zahlen der Landesregierung zur Unterrichtsversorgung an der Grundschule Schlagenthin im Jerichower Land offenbaren erhebliche Defizite im System. Die Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drs. 8/6777, KA 8/3590) zeigt trotz einzelner Verbesserungen insgesamt eine besorgniserregende Entwicklung, die strukturelle Probleme deutlich macht und dringenden politischen Handlungsbedarf unterstreicht.
Dazu erklärt Gordon Köhler, Sprecher für Familien- und Jugendpolitik der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt:
„Trotz beschwichtigender Zahlen aus dem Bildungsministerium verschlechtert sich faktisch die Unterrichtsversorgung an unseren Schulen. Das Beispiel der Grundschule Schlagenthin zeigt deutlich, wie dramatisch die Lage tatsächlich ist. Innerhalb weniger Jahre ist die Versorgung zeitweise auf nur noch gut 83 Prozent abgesackt. Auch aktuell lag sie zunächst deutlich unter dem notwendigen Niveau. Dass durch kurzfristige Maßnahmen inzwischen rechnerisch eine Überversorgung ausgewiesen wird, ist nichts weiter als ein statistischer Effekt und kein Beleg für eine nachhaltige Verbesserung.
Die Realität in den Schulen sieht anders aus: Hunderte Stunden fallen weiterhin ersatzlos aus, Unterricht wird zusammengelegt, Lehrkräfte arbeiten am Limit und darüber hinaus. Gleichzeitig scheitern Ausschreibungen reihenweise, Stellen bleiben unbesetzt, und der Unterricht wird zunehmend von Seiteneinsteigern abgesichert, die unter schwierigen Bedingungen ins System geworfen werden. Das ist keine Lösung, sondern ein dauerhaftes Provisorium.
Der eigentliche Skandal ist jedoch, dass diese Entwicklung seit Jahren bekannt ist und dennoch keine wirksamen strukturellen Maßnahmen ergriffen werden. Stattdessen wird der Mangel verwaltet, indem Unterricht gekürzt, Belastungen verschoben und kurzfristige Notmaßnahmen als Erfolg verkauft werden.
Was es jetzt braucht, ist ein grundlegender Kurswechsel: bessere Arbeitsbedingungen, echte Entlastung für Lehrkräfte, schnellere und effektivere Einstellungsverfahren sowie gezielte Anreize insbesondere für ländliche Regionen. Der Seiteneinstieg muss qualitativ verbessert und professionell begleitet werden, statt als Lückenfüller zu dienen. Vor allem aber braucht es ein neues Bildungssystem, in dem sich Lehrkräfte ganz den Bildungsaufgaben widmen können und wieder gern arbeiten gehen.“
